Männerberatung des Landes OÖ: Buben- und Burschenarbeit in Schulen
Die Ergebnisse aktueller Untersuchungen weisen ebenso wie die praktischen Erfahrungen der Buben- und Männerberatung auf eine Vielzahl von Problemen des "starken Geschlechts" hin.Buben bereiten in Familien, Kindergärten und Schulen üblicherweise mehr Schwierigkeiten als Mädchen. Sie sind auch in Erziehungsberatungsstellen, Sonderschulen und kinderpsychiatrischen Stationen häufiger anzutreffen, sind in der Regel häufiger krank, sozial auffälliger und wiederholen häufiger eine Klasse als Mädchen. Hyperaktivität kommt bei Buben achtmal so häufig vor als bei Mädchen, psychosomatische Symptome zwei- bis sechsmal so häufig. Burschen begehen mehr Straftaten und sind häufiger als Mädchen alkoholisiert. Die Selbstmordrate ist dreimal so hoch als bei Mädchen. Eines ihrer größten Probleme ist, dass sie keine Probleme haben dürfen, denn die traditionelle Rolle schreibt vor, dass "man(n)" sich keine Hilfe von außen holen und keine Schwächen zeigen darf. Wohin nun mit den Gefühlen?
Mit dem Projekt "Geschlechtssensible" Bubenarbeit an Schulen unterstützt die Männerbe-ratung des Landes OÖ 10- bis 19-jährige Buben und Burschen aller Schultypen in Workshops bei der Suche nach ihrer Identität auf dem Weg zum Mannsein. In diesen Workshops können sich Buben und Burschen bewusst und kritisch mit traditionellen Männerbildern auseinandersetzen und ihr eigenes (Geschlechts)Rollenverhalten hinterfragen.
Die Berater gehen in den Workshops auf die Themen der Buben ein, hören ihnen zu, nehmen sie ernst und zeigen ihnen aber auch klar die Grenzen auf und konfrontieren sie, wenn es um Übergriffe geht. Wenn sich die Buben verstanden fühlen und nicht mehr allein mit ihren Problemen, steigt auch ihr Selbstwertgefühl und ihre Selbstsicherheit. Dies wiederum hilft auf lange Sicht abwertendes, übergriffiges und gewalttätiges Verhalten zu reduzieren. Wenn notwendig, können auch Einzelgespräche in der Männerberatungsstelle vereinbart werden.
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